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Klimalabels - Umweltschutz oder Greenwashing?

„Klimaneutral“, „Klimapositiv“, „Emissionsfrei“ haben sich in den letzten Jahren zu sehr beliebten Beschreibungen für Produkte und Unternehmen etabliert.  Produkte oder Leistungen mit diesen Klimalabels sollen dem Umweltschutz dienen, haben damit ein besseres Image und erlangen somit häufig einen Wettbewerbsvorteil.   

Weltweit können sich Unternehmen von verschiedenen Klimalabel-Anbietern prüfen lassen und dann, nach bestandener Prüfung, ein solches Green-Label zu bekommen. Da es bei vielen Unternehmen schier unmöglich ist emissionsfrei zu produzieren, werben viele Anbieter dieser Labels mit Treibhausgas bzw. CO2-Kompensation. Konkret heißt das, dass ein Teil des Geldes was für das Label ausgegeben wurde, in nachhaltige Projekte wie z.B. der Pflanzung von Bäumen oder dem Erhalt des Regenwaldes investiert wird. Dadurch sollen die angefallen Emissionen an anderer Stelle reduziert werden. 

 
Doch halten diese Labels wirklich das, was sie versprechen? 

"Die Zeit” führt Studie zur Vergabe von Klimalabels durch: 


In einer Recherche des Zeitungverlags „Die Zeit*" wurde genau das überprüft. Dabei wurde versucht für einen frei erfundenen und damit nicht existenten Blumenladen eines dieser klimafreundlichen Labels zu erhalten. Der ausgedachte Blumenladen wurde dann noch mit einer notdürftigen Internetpräsenz in Form einer minimal gestalteten Website und einem eigenen Telefon ausgerüstet, um einen ersten Verdacht abzuwenden. Mit den Daten für einen erfundenen Blumenstrauß wurden mehrere Klimalabel-Anbieter angeschrieben. Um ein Produkt als klimaneutral betiteln zu können, müssen alle möglichen Emissionseinsparungen getroffen werden und die nicht vermeidbaren Emissionen kompensiert werden. Das zu erreichen setzt voraus, dass alle diese verursachten Emissionen erfasst werden können, damit diese im Anschluss kompensiert werden können. Im Blumengeschäft wüssten die meisten Händler selbst gar nicht, woher die Blumen überhaupt stammen. Da der Transportweg meist sehr viele Emissionen verursacht, darf dieser bei einer vollständigen CO2-Bilanz nicht fehlen.  

Klimalabel ohne große Anstrengung: 


Erschreckenderweise wurde von einigen Klimalabel-Anbietern ohne große Recherche und Nachfrage eine CO2-Bilanz für das ausgedachte Produkt erstellt. Die notwendige Kompensationsleistung wird also anhand einer völlig unzureichenden Bilanz festgelegt. Darüber hinaus werden Emissionen kompensiert, die im Unternehmen leicht zu vermeiden wären. Das Umweltbundesamt schreibt vor, dass die Vermeidung von Treibhausgasemissionen Vorrang vor der Kompensation haben soll. Dies erfolgt in den meisten Fällen nicht. Damit werden Emissionsquellen nicht beseitigt und die Innovationskraft im Unternehmen gelähmt, da die vermeintlich klimafreundliche Kompensation günstig und mit geringem Aufwand zu haben ist. 

 
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das schöne Image der Klimalabels mehr als fragwürdig ist. Es wurde in den betrachteten Fällen weder richtig bilanziert, noch wurden Emissionen im Unternehmen tatsächlich eingespart. Trotzdem durfte sich der Blumenladen mit einzelnen Produkten von nun als “klimaneutral” ausgeben. Abgesehen davon, stehen viele der Kompensationsanbieter – und Projekte wegen Intransparenz scharf in der Kritik.  Der gesetzliche Rahmen lässt hierzu aktuell noch zu viel Freiraum. 

 

Wie man es richtig macht: 


Um eine CO2-Bilanz zu erstellen, müssen Emissionen von Unternehmen und Produkten genau betrachtet werden. Häufig fallen die meisten Emissionen bei vor- und nachgelagerten Fertigungsprozessen an und sind damit schwieriger zu identifizieren. 

Wir bei ENIT gehen bei den CO2-Bilanzierungen für unsere Kunden nach GHG-Standard vor. Dabei betrachten wir die direkten Emissionen eines Unternehmens bzw. Produktes, sowie bei Bedarf auch die vor- und nachgelagerten Emissionen (Was sind GHG Scopes? | Scope 1, 2 und 3 für die CO2-Bilanz deines Unternehmens - YouTube). Die Emissionen werden dann in Form eines Abschlussberichts für Sie leicht verständlich aufbereitet. Im Rahmen einer Klimastrategie oder Transformationskonzeptes erarbeiten wir zudem Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen wie z.B. Umstellung auf Ökostrom, Eigenerzeugungsanlagen oder der Wechsel zu nachhaltigeren Lieferanten. Das Transformationskonzept wird sogar bis zu 60 % vom BAFA gefördert. 
 

Melden Sie sich bei Interesse oder Fragen bezüglich einer CO2-Bilanzierung Ihrer Produkte oder Ihres gesamten Unternehmens gerne bei uns. 

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*Klimalabel: Ein Strauß leerer Versprechen | ZEIT ONLINE 

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